Sonntag, 24. Dezember 2024 - 4. Adventsonntag | Heiliger Abend

Fürchtet euch nicht,
denn ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
Er ist der Messias, der Herr.
Lukas 2,10-11

 

Segensgebet

Der Herr segne diese Weihnacht, damit wir gesegnet sind.
Er weite unsere Wahrnehmung, damit Staunen sich regt.
Er fülle unsere Herzen, damit Funken der Freude erglühen.
Er öffne unsere Münder und Hände, damit das Gute sich vermehrt.
Der Herr segne dieses Fest seiner Menschwerdung,
damit auch wir zu Menschen werden und gesegnet sind.
Amen.
Thomas Schlager-Weidinger

 

Die Pfarre Korneuburg wünscht Ihnen ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest!

 

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Samstag, 23. Dezember 2023

Die Apfelsine des Waisenknaben

Charles Dickens, in: 24x Adventsfreude -Eschbacher Advents- und Weihnachtsgeschichten

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr ein Gefängnis. Wir mussten 14 Stunden täglich arbeiten - im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Felde. Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag. Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine Apfelsine zum Christfest. Das war alles, keine Süßigkeiten, kein Spielzeug.

Aber auch diese eine Apfelsine bekam nur derjenige, der sich im Laufe des Jahres nichts hatte zuschulden kommen lassen und immer folgsam war. Die Apfelsine und Weihnachten verkörperte die Sehnsucht eines ganzen Jahres. So war wieder einmal das Christfest herangekommen. Aber es bedeutete für mein Knabenherz fast das Ende der Welt. Während die anderen Jungen am Waisenvater vorbeischritten und jeder seine Apfelsine in Empfang nahm, musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen.

Das war meine Strafe dafür, dass ich eines Tages im Sommer hatte aus dem Waisenhaus weglaufen wollen. Als die Geschenkverteilung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hof spielen. Ich aber musste in den Schlafraum gehen und dort den ganzen Tag über im Bett liegen bleiben. Ich war tieftraurig und beschämt. Ich weinte und wollte nicht länger leben.

Nach einer Weile hörte ich Schritte im Zimmer. Eine Hand zog die Bettdecke weg, unter der ich mich verkrochen hatte. Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor meinem Bett, hatte eine Apfelsine in der rechten Hand und hielt sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah.

Wo sollte eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass es mit der Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben müsse.

Auf einmal kam mir zu Bewusstsein, dass die Apfelsine bereits geschält war, und als ich näher hinblickte, wurde mir alles klar, und Tränen kamen in meine Augen, und als ich die Hand ausstreckte, um die Frucht entgegenzunehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken musste, damit sie nicht auseinanderfiel.

Was war geschehen? Zehn Knaben hatten sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine Apfelsine haben müsse. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt, und die zehn abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen runden Apfelsine zusammengesetzt.

Diese Apfelsine war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinem Leben. Sie lehrte mich, wie trostvoll echte Kameradschaft sein kann.

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Freitag, 22. Dezember 2023

Adventsbitte

Du Licht,
das uns durch dunkle Zeiten trägt,
das Ängste und Sorgen vertreibt,
das uns Hoffnung in der Bedrängnis gibt
und uns Rettung und Hilfe verspricht.
Komm!

Du Licht,
das den Neubeginn ankündigt,
das die Schrecken der Nacht bannt,
das den Morgen anbrechen lässt
und uns durch den Tag begleitet.
Komm!

Du Licht,
Leitstern durch unser Leben
Kraftquell auf all unseren Wegen,
Orientierung und Ziel,
unser Heil, unsere Zukunft.
Komm!

Gisela Baltes

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Donnerstag, 21. Dezember 2023

Der Schlüssel zum Stall

Angelika Wolff, in: 24x Adventsfreude -Eschbacher Advents- und Weihnachtsgeschichten

Bald wird das kleine Lamm kommen, da ist sich Eli ganz sicher. Denn er ist ein aufmerksamer Hirte, der jedes seiner Tiere kennt und für ihr Wohlergehen sorgt, so gut er es vermag. Schon den ganzen Tag über hat sich das hochträchtige Mutterschaf im Schatten des dornigen Gestrüpps aufgehalten und geschont, nun geht es auf den Abend zu und Eli sieht nach seinem Schaf, wie er es heute schon des Öfteren getan hat. Diesmal bringt er ihm ein Büschel duftender Kräuter mit, die er eigens für es gesammelt hat und die es stärken sollen für die bevorstehende Geburt. Als Eli sich bückt, ihm mit seiner derben Hand fast zärtlich über das Fell streicht und ihm beruhigende Worte zuflüstert, entdeckt er etwas zwischen den Vorderläufen des Schafes. Es ist ein großer rostiger Schlüssel an einem geflochtenen Lederband. Eli erkennt ihn sofort wieder. Unschlüssig wiegt er ihn in der Hand und erinnert sich an den verhängnisvollen Abend vor vielen Jahren, an dem er sich mit seinem Bruder über das Erbe des Vaters zerstritten hat. Alles hatte der gütige Vater bereits zu Lebzeiten vorherbestimmt und gerecht aufgeteilt, nur den alten Stall, den hatte er vergessen! Nun, da er gestorben war, erhob jeder der Brüder Anspruch darauf. Eine gütliche Einigung war nicht in Sicht, ein böses Wort gab das andere, und schließlich hatte der Bruder damals im Zorn den Stallschlüssel an sich genommen und weit hinaus und das Dunkel der Nacht geschleudert. Wer wiederfindet dem, dem soll der Stall gehören, hatte der Bruder geschrien, und es war seither das letzte Mal, dass die beiden Brüder miteinander gesprochen hatten, so sehr hatte sie der Streit entzweit. In der Folgezeit suchte jeder von ihnen heimlich nach dem Schlüssel, aber keiner hatte ihn finden können. So stand der Stall über Jahre verschlossen und ungenutzt da und begann baufällig zu werden.

Das trächtige Mutterschaf beginnt leise zu blöken. Eli wird aus seinen Gedanken gerissen, hängt den Schlüssel an seinen Gürtel und hilft dem Schaf, das Lamm zur Welt zu bringen. Als es endlich geboren ist und nass neben seiner Mutter liegt, reibt er es sorgfältig mit Heu trocken und freut sich. Doch als er sich wieder aufrichtet, fühlt er den Schlüssel schwer an sich hängen, heißt seine Gehilfen, die bereits um die Feuerstelle sitzen, Wache zu halten und läuft eilig über Stock und Stein zum alten Stall. Ein kleiner Olivenbaumschössling wächst aus der zerborstenen Türschwelle, und Eli muss seine graugrünen Zweige zur Seite schieben, um den rostigen Schlüssel in das Schloss stecken zu können. Ein Ächzen und Knarren, dann springt die verwitterte Holztür auf. Einige wilde Tauben fliehen erschreckt, und im alten Stroh rascheln die Mäuse. „Nun ist es endlich mein Stall“, denkt Eli. Seltsam nur, dass er sich über seinen Besitz nicht so recht freuen kann, wie er es sich immer erträumt hat! Im Geiste sieht er das Gesicht des Bruders vor sich, und plötzlich weiß er, was zu tun ist.

Den Schlüssel lässt er stecken und rennt noch schneller als zuvor zuerst zurück zu seiner Herde. Dort schultert er sein bestes Schaf und beeilt sich dann zum Haus seines Bruders zu kommen. Es ist eine stille und sternenhelle Nacht. Er findet leicht den Weg, und als sein Bruder in die Tür öffnet, sagt Eli atemlos: „Ich bitte dich, vergib mir und lass uns einander wieder wie liebende Brüder sein!“

Er nimmt das Schaf von seinen Schultern und reicht es dem Bruder zum Geschenk. Der nimmt es mit Tränen in den Augen, dankt und umarmt Eli, als wolle er ihn nie wieder loslassen.

Später, als sie Seite an Seite beieinandersitzen, erzählt Eli vom Fund des Schlüssels, vom nunmehr offenen Stall, der ihnen nun beiden gehören soll, und als er mit seinem ausgestreckten Arm hinaus in die Nacht und in die Richtung deutet, wo der Stall steht, sehen beide genau dort einen strahlend schönen, neuen Stern am Himmel stehen und beginnen zu ahnen, dass diese ganz besondere Nacht ist.

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Mittwoch, 20. Dezember 2023

Advent - Vertrauen auf das, was kommt?

In den Schlagzeilen:
Krieg, Terror, Arbeitslosigkeit und Klimawandel
Freiheitsbeschränkungen und Demonstrationen
Populismus, Extremismus, Fake News...

Angesichts solcher Entwicklungen
Hoffnung bewahren

Vertrauen auf das, was uns verheißen ist?
Das grenzt schon an Torheit!

Und trotzdem:
Das Volk, das im Dunkel lebt,
sieht ein großes Licht.
Ein Kind wird geboren
Gerechtigkeit und Frieden sind zugesagt.
Nicht vor 2000 Jahren - in einer fernen Stadt -
Hier und heute ist das Reich Gottes da!
Bei uns, mit uns, in uns!

Wenn wir es doch glauben könnten!
Dann hätten wir die Kraft aufzubrechen
aus den Strukturen der Unterdrückung und Gleichgültigkeit,
aufzubrechen auf den Weg der Versöhnung
mit den Menschen, den Geschöpfen, der Erde.

Advent: im Vertrauen auf das, was kommt,
die Ängste und Unsicherheiten ablegen,
umkehren aus der Mutlosigkeit,
Gerechtigkeit und Frieden schaffen,
und auf den Stern schauen – auf dem Weg zur Krippe.

Advent: das ist Hoffnung auf das, was kommt!

Quelle: https://www.ka-wien.at

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Dienstag, 19. Dezember 2023

Der neue König braucht auch Tölpel
Max Bolliger, in: Weihnachtsfreunde für die Seele – Humorvolle Weisheitsgeschichten

Unter den Hirten auf dem Feld von Bethlehem war auch ein Einfältiger. Er wurde von den anderen nur Tölpel genannt. Als eines Nachts der Engel des Herrn erschien, um ihnen die Geburt Christi anzukündigen, begriff der Tölpel seine Worte nicht. Aber, überwältigt von dem Glanz, der von dem Engel ausging, fiel auch er, im Innersten erschrocken, auf die Knie.

Und als die anderen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte, sich aufmachten, das Kind zu finden, wollte auch er mit ihnen gehen. Aber die Hirten schämten sich seiner, denn sein Gewand war zerrissen und sein Bart struppig.

„Bleib du hier bei den Schafen und beim Feuer“, sagten sie. „Das Kind, das wir suchen, ist kein gewöhnliches Kind, sondern ein König. Einen Tölpel, wie du einer bist, kann er nicht brauchen.“ Doch der Tölpel ließ sich nicht von ihren Worten einschüchtern. Er lief ihnen nach, auch wenn der Mühe hatte zu folgen. „Was willst du ihm denn schenken?“, spotteten sie.

Da sagt der Tölpel erst, dass sie alle beladen waren, mit Milch und Honig, mit Wolle von den Schafen, mit Käse und Brot. Daran hatte er nicht gedacht. Er wurde sehr betrübt. Aber auf einmal heiterte sich seine Miene auf, und er rief voller Stolz: „Ich könnte die Fliegen von seinem Gesicht verscheuchen.“

„Was glaubst du eigentlich!“, riefen die anderen zurück. „Dazu sind die Engel da!“ Der Tölpel wurde sehr traurig. Aber auf einmal heiterte sich seine Miene wieder auf, und er rief voller Stolz: „Ich könnte seine Füße reiben, um es zu wärmen.“

„Was glaubst du eigentlich!“, riefen die anderen zurück. „Dazu sind die Engel da!“ Der Tölpel fing an zu weinen. Aber auf einmal heiterte sich seine Miene zum dritten Mal auf, und er rief voller Stolz: „Ich könnte ihm ein Lied singen, damit er schlafen kann.“

„Was glaubst du eigentlich!“, riefen die anderen zurück. „Dazu sind die Engel da!“

Der Tölpel war nur sehr betrübt, sehr traurig und weinte. Aber er gab nicht auf. Er wollte den König und die Engel, die von seinem Gesicht die Fliegen verscheuchten, die seine Füße rieben und ihm ein Lied sangen, wenigstens von Weitem sehen.

Endlich standen die Hirten vor dem Stall, und sie fanden das Kind in einer Krippe liegen, arm und bloß. Maria und Josef hatten mit den vielen Gästen alle Hände voll zu tun, denn nicht nur die Hirten, sondern auch die drei Könige hatten den Weg zur Krippe gefunden.

„Ach“; seufzte Maria, „wenn ich nur jemanden hätte, der dem Kind die Fliegen verscheucht, der ihm die Füße reibt und ihm ein Schlaflied singt!“

Da trat der Tölpel näher. Und als er weit und breit keine Engel sah, da wischte er seine Tränen ab, lachte vor Freude und kniete vor der Krippe nieder. Er verscheuchte die Fliegen, er rieb dem Kind die Füße, um es zu wärmen, und sang ein Lied, bis es einschlief.

Maria und Josef und die drei Könige staunten. Die Hirten aber schämten sich und nahmen ihn auf dem Heimweg in ihre Mitte. Sie wussten nun, dass der neue König auch den Tölpel braucht.

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Montag, 18. Dezember 2023

Schließe Frieden mit dir!
Nimm dich an, wie du bist!
Lass dich annehmen wie du bist
von deinen Mitmenschen, von Gott!
Und Frieden wird bei dir einkehren.
Frieden, der nicht auf einem Papier steht,
sondern Frieden, der im Herzen lebt.

aus der Jugendgottesdienste-Werkmappe der Katholischen Jungschar


Schokobusserl
Rezept privat

Zutaten für Teig

  • 150g Butter
  • 150g Staubzucker
  • 200g gemahlene Haselnüsse
  • 150g Schokolade

Zubereitung
Butter mit Zucker schaumig rühren. Die Schokolade schmelzen und in die Butter-Zuckermischung unterheben. Danach die Nüsse unterheben. Mit zwei Löffeln kleine Häufchen auf dem Backblech machen.

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3. Adventsonntag, 17. Dezember 2023

Lesung aus dem Prophetenbuch Jesaja (Jes 61,1-2a.10-11)

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir. Denn der Herr hat mich gesalbt; er hat mich gesandt, um den Armen frohe Botschaft zu bringen, um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, um den Gefangenen Freilassung auszurufen und den Gefesselten Befreiung, um ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen. Von Herzen freue ich mich am Herrn. Meine Seele jubelt über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und der Garten seine Saat sprießen lässt, so lässt Gott, der Herr, Gerechtigkeit sprießen und Ruhm vor allen Nationen.


Gebet um Freude

Mein Gott, ich bitte dich um Freude
Nicht um die große himmlische,
sondern um die kleine irdische Freude,
die mein Herz beschwingt,
mich froh und heiter macht,
mich lachen und singen lässt.
Gib mir menschliche Freude!

Um eine Freude bitte ich dich, mein Gott,
die mir ein Lächeln schenkt für mich selbst,
wenn ich mich so bitterernst nehme,
ein gutes Lächeln für die Anderen,
die mir gut und die mir bös sind,
die mir „vorgesetzt“ und die mir „unterstellt“ sind.
Gib mir eine Freude, die Ärger und Zorn besiegt!

Um eine Freude bitte ich dich, mein Gott,
die um sich greift

und die Schwermut durchdringt
den Stumpfsinn verjagt, die Traurigkeit erhellt,
die Starrheit löst.
Gib mir befreiende Freude!

Mein Gott, bei der Geburt deines Sohnes
Hast du allen Menschen große Freude zugesagt.
Lass mich froh sein darüber,
dass ich als Mensch vor dir leben darf,
dass ich anderen Menschen zur Seite stehen darf,
dass du Mensch unter Menschen geworden bist.

aus der Jugendgottesdienste-Werkmappe der Katholischen Jungschar

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Samstag, 16. Dezember 2023

Wir leben im Dunkeln

Gott, wir leben im Dunkeln.
Wie oft dämmern wir so dahin.
Es ist nicht einfach, im Dunkel die Richtung zu finden.
Lass es Licht werden in unseren Herzen,
in uns Christen, in unseren Mitmenschen,
in unserer Stadt, in der Welt!

Scheide das Licht von der Finsternis unserer Angst.
Gott, sieh doch, wie das Dunkel über den Völkern liegt
Und in vielen Ländern Krieg herrscht.
Über uns aber ist ein Licht aufgegangen: Jesus Christus.

Gott, du kümmerst dich um den Menschen.
Du bist Mensch geworden in Jesus Christus.
Das neue Licht ist in unser Leben getreten
und hat die Welt verändert.
Er wollte uns entzünden,
dass wir brennen und leuchten,
jeder für den anderen,
dass niemand in der Finsternis bleibt.

Sei hier zugegen, Licht in unserer Mitte.
Lass unsere Augen deine Herrlichkeit sehen.
Sei hier zugegen, dass wir wieder leben.

in: Jugendgottesdienste-Werkmappe der Katholischen Jungschar

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Freitag, 15. Dezember 2023

Was macht der Eismann im Winter?
Gina Ruck-Pauquét, in: 24x Adventsfreude - Eschbacher Advents- und Weihnachtsgeschichten

Nachmittags sitzt Christian am Tisch und malt auf ein großes weißes Papier all seine Freunde. Tante Josefin malt er, den Kater Mauz, den Zeitungsjungen, die Blumenliesel, den Milchmann und den Polizisten an der Kreuzung.

„Sie mal“, sagt er. „Fein“, meint Tante Josefin. „Aber hast du auch niemanden vergessen?“ Christian überlegt. „Nein“, sagt er dann. „Im Sommer hast du doch gesagt, der Eismann sei dein Freund“; erinnert Tante Josefine. „Tja“, sagt Christian, „aber der Eismann ist nur im Sommer mein Freund.“

Tante Josefin lächelt. „Das gibt es nicht“, erklärt sie. „Wenn man mit jemandem befreundet ist, dann ist man es immer.“ „Aber er ist doch nicht da“; widerspricht Christian. „Du meinst, dass er nicht an der Ecke steht“, sagt Tante Josefin. „Aber irgendwo muss er doch sein.“ Christian zieht die Stirn kraus und denkt nach. „Ja“, sagt er dann, „aber wo ist der Eismann im Winter?“ Tante Josefin weiß es nicht. Da zieht Christian seinen Mantel an und geht hinaus, um die Leute zu fragen. „Wo ist der Eismann im Winter?“ Nein, der Zeitungsjunge weiß es nicht. Die Blumenliesel kann es nicht sagen und der Milchmann auch nicht. „Ich werde mich erkundigen“, verspricht der Polizist an der Kreuzung. Am anderen Tag gibt er Christian einen Zettel. „Fridolin Singer“, liest Tante Josefin, „Kreuzgasse 10.“ „Dass der Eismann einen Namen hat“, wundert sich Christian. „Und einen so schönen“, ergänzt Tante Josefin. „Wir wollen ihn besuchen!“, ruft Christian. Sie ziehen ihre Sonntagskleider an, bürsten dem Kater Mauz das Fell und machen sich auf den Weg. Christian stellt sich vor, wie der Eismann in seiner weißen Jacke und der weißen Mütze in seinem Zimmer steht und Eis anrührt - auf Vorrat für den Sommer. Die Kreuzgasse ist eng und klein. Nummer 10 ist ein schmales Haus. Tante Josefin, Christian und Mauz steigen viele Treppen empor. „Singer“, lesen sie auf dem Türschild. Sie klingeln und der Eismann macht auf. Er erscheint Christian älter als im Sommer und seine weiße Jacke trägt er auch nicht. „Ja?“, fragt der Eismann, „bitte sehr?“

„Es ist nur…“, stottert Christian, „…erinnerst du dich, dass wir im Sommer befreundet waren? Wenn man mit jemandem im Sommer befreundet ist, ist man es im Winter auch.“

Da lächelt der Eismann und schon sieht er wieder viel jünger aus. Er bittet Tante Josefin, Christian und Mauz herein und plaudert und sie plaudern miteinander. „Was machst du im Winter?“, fragt Christian. „Ich denke an den vergangenen Sommer“, sagt der Eismann. „Und ich warte auf den nächsten.“

„Bist du immer allein?“, fragt Christian. Der Eismann nickt. „Von jetzt ab“, verspricht Christian, „wird das anders werden!“

Am nächsten Tag redet er mit dem Zeitungsjungen. Und der Zeitungsjunge sagt den anderen Kindern, wo der Eismann wohnt und dass er im Winter immer allein ist. Von da ab hat Fridolin Singer alle Tage Besuch.

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Donnerstag, 14. Dezember 2023

Ein Friedensgebet

Heute zum Beispiel …

den Anderen bedingungslos und freundlich grüßen,
anstatt erst seinen Gruß abzuwarten?

nach einem Streit wieder einzulenken,
anstatt auf das Entgegenkommen des Partners zu pochen?

bei einem Konflikt die eigenen Anteile zu erkennen,
anstatt alle Schuld beim Anderen zu suchen?

offen zu sich selbst und seiner Überzeugung stehen,
anstatt sich hinter der Meinung des Anderen zu verstecken?

auch einmal auf sein „gutes Recht“ zu verzichten,
anstatt es immer und unter allen Umständen durchzusetzen?

die Hand zur Versöhnung auszustrecken,
anstatt sie zum Schlag zu ballen?

viele kleine Schritte zu tun,
anstatt viele große Worte zu machen?

das erste Wort zu suchen,
anstatt das letzte zu behalten?

dem Anderen auf die Beine zu helfen,
anstatt ihm auf die Füße zu treten – oder ein Bein zu stellen?

sich für andere geduldig und konsequent einzusetzen,
anstatt letztlich immer nur die eigenen Interessen zu verfolgen?

Wer hindert uns eigentlich daran?
Wir uns selbst?
Ich mich selbst?

Gottfried Stoll

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Mittwoch, 13. Dezember 2023 - Hl. Luzia

Der unfolgsame Esel

von Agatha Christie, in: Gütiger Himmel – Tierische Weihnachtsgeschichten

Es war einmal ein sehr unfolgsamer kleiner Esel. Er liebte es geradezu, unfolgsam zu sein. Wenn ihm etwas auf dem Rücken geladen wurde, dann warf er es ab, und er rannte den Leuten nach und versuchte, sie zu beißen. Sein Herr konnte nichts mit ihm anfangen, und so verkaufte er ihn an einen anderen Herrn, und dieser Herr konnte auch nichts mit ihm anfangen und verkaufte ihn ebenfalls, und schließlich wurde er für ein paar Pfennige einem schrecklich alten Mann gegeben, der alte, abgearbeitete Esel kaufte und sie durch Schinderei und schlimme Behandlung umbrachte. Aber der unfolgsame Esel jagte den alten Mann und biss ihn und rannte dann mit fliegenden Hufen davon. Er wollte sich nicht wieder einfangen lassen, deshalb schloss er sich einer Menschenmenge an, die ihres Weges zog.

„Unter all den vielen Menschen wird niemand wissen, wo ich hingehöre“, dachte sich der Esel.

Die Menschen zogen alle nach der Stadt Bethlehem. Dort schlüpfte der kleine Esel in einen hübschen kleinen Stall, in dem schon ein Ochse und ein Kamel standen. Das Kamel war sehr hochmütig wie alle Kamele, denn die Kamele glauben, nur sie allein wüssten den hundertsten und geheimen Namen Gottes. Das Kamel war zu stolz, um mit dem Esel zu sprechen. Deshalb begann der kleine Esel zu prahlen. Er prahlte furchtbar gerne.

„Ich bin ein ganz außergewöhnlicher Esel“, sagte er. „Ich kann sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit sehen.“

„Wie soll das denn gehen?“, brummte der Ochse.

„Na ja, einfach genauso, wie ich vorwärts- und rückwärtslaufen kann. Meine Urur-siebenunddreißig Mal Urgroßmutter war die sprechende Eselin des Propheten Bileam und hatte mit eigenen Augen den Engel des Herrn gesehen.“

Aber der Ochse kaute ungerührt weiter, und das Kamel blieb weiter hochmütig.

Bald darauf kamen ein Mann und eine Frau herein, und es gab eine Menge Aufregung, aber der Esel fand rasch heraus, dass es da gar nichts zum Aufregen gab außer einer Frau, die ein Kind bekam, und das passierte schließlich jeden Tag. Und nachdem das Kind geboren war, liefen Hirten herbei und machten ein großes Getue um das Kind - aber Hirten sind eben einfältige Leute.

Aber dann erschienen Männer in reicher Kleidung. „VIPs“, zischte das Kamel. „Was ist das?“, fragte der Esel. „Hochwichtige Leute, die Geschenke bringen“, sagte das Kamel.

Der Esel dachte, die Geschenke seien vielleicht etwas Gutes zum Essen, und als es dunkel wurde, schnupperte er daran herum. Aber das erste Geschenk war gelb und hart und ohne Geschmack, das zweite brachte den Esel zum Niesen, und als er am dritten leckte schmeckte es ekelhaft und bitter.

„Was für blödsinnige Geschenke“, brummte der Esel enttäuscht. Aber als es so neben der Krippe stand, streckte das Neugeborene seine kleine Hand aus, fasst ein Ohr des Esels und hielt es fest, wie kleine Kinder das tun.

Da passierte etwas ganz Merkwürdiges: Der Esel hatte auf einmal keine Lust mehr, unfolgsam zu sein. Zum ersten Mal in seinem Leben wollte er brav sein. Und er wollte dem Kind ein Geschenk machen, aber er hatte nichts zu verschenken. Das Kind schien sein Ohr zu mögen, aber das Ohr war ein Teil von ihm. Da hatte er eine merkwürdige Idee: Vielleicht konnte er sich selbst dem Kind schenken?

Kurz darauf kam Josef mit einem hochgewachsenen Fremdling herein. Der Fremde sprach eindringlich auf Josef ein, und als der Esel die beiden anstarrte, traute er kaum seinen Augen! Der Fremde schien sich aufzulösen, und an seiner Stelle stand ein Engel des Herrn, eine goldene Gestalt mit Flügel. Aber gleich darauf verwandelte sich der Engel in einen Mann zurück. „Du liebe Zeit, ich sehe Gespenster“, sagte der Esel zu sich. „Das muss von all dem Heu kommen, das ich gefressen habe.“

Josef sprach mit Maria. „Wir müssen das Kind nehmen und fliehen. Es ist keine Zeit zu verlieren.“ Sein Blick fiel auf den Esel. „Wir nehmen den Esel hier und lassen das Geld für seinen Besitzer zurück. So gewinnen wir Zeit.“

Und so zogen sie auf die Straße, die von Bethlehem wegführte. Aber als sie an eine enge Stelle kamen, versperrte ihnen ein Engel des Herrn mit einem flammenden Schwert den Weg, und der Esel, der ihn als einziger sah, wandte sich seitwärts und begann, den Hügel hinaufzuklettern. Josef versuchte, ihn auf die Straße zurückzuzerren, aber Marie sagte: „Lass ihn. Denk an den Propheten Bileam.“

Denn hatte nicht Bileams Eselin ihren Herrn vor dem Verderben errettet - weil sie störrisch ihren eigenen Weg einschlug?

Und gerade als sie im Schutz einiger Olivenbäume angelangt waren, kamen mit gezogenen Schwertern die Soldaten des Königs Herodes die Straße heruntergesprengt.

„Genau wie bei meiner Urgroßmutter“, sagte der Esel, äußerst zufrieden mit sich. „Nimmt mich nur wunder, ob ich nun auch in die Zukunft sehen kann.“

Er blinzelte mit den Augen - und sah ein verschwommenes Bild: einen Esel, der in eine Grube gefallen war, und einen Mann, der half, ihn herauszuziehen…

„Na sowas, das ist ja mein Herr als erwachsener Mann“, sagte der Esel.

Dann sah er ein anderes Bild: denselben Mann, der auf einem Esel in eine Stadt ritt… „Natürlich“, sagte der Esel. „Er wird zum König gekrönt!“ Aber die Krone schien nicht aus Gold, sondern aus Dornen zu sein. Der Esel liebte zwar Dornen und Disteln, aber für eine Krone erschienen sie ihm doch unpassend. Und dann war da noch etwas auf einem Schwamm, bitter wie die Myrrhe, an der er im Stall geschnuppert hatte…

Und der kleine Esel wusste plötzlich, dass er nicht mehr die Zukunft sehen wollte. Er wollte nur in den Tag hineinleben, seine kleinen Herren lieben und von ihm geliebt werden und ihn und seine Mutter sicher nach Ägypten tragen.

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Dienstag, 12. Dezember 2023

Liebe - sie kann Tränen trocknen,
Berge versetzen und Leben schenken,
Liebe kann halten, wärmen und berühren.
Liebe heißt nicht nur, an jemand zu denken,
Liebe heißt geben, alles und ganz,
Liebe kann alles, Liebe kann heilen,
Liebe ist Jesus, du kannst verweilen,
an dieser, seiner Krippe hier.
Verfasser unbekannt


Nußhäuferl
Rezept privat

Zutaten für Teig

  • 100g Staubzucker
  • 100g gemahlene Haselnüsse
  • 2 Eiklar

Zubereitung
Das Eiklar steif schlagen. Den Staubzucker hinzufügen und für eine Minute weitermixen. Die Nüsse unterheben. Mit einem Löffel kleine Häufchen auf dem Backblech machen und im Rohr backen.

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Montag, 11. Dezember 2023

Die Tannen der Heiligen Aurelia
Märchen aus dem Elsass, in: 24x Adventsfreude. Eschbacher Advents- und Weihnachtsgeschichten

Am Heiligen Abend ging ein armes Kind von Tür zu Tür, klopfte an und sagte: „Wollt Ihr meine zwei Tannen kaufen? Ihr könnt goldene Kugeln und Papiersterne daran hängen und die Kinder werden ihre Freude daran haben.“ Aber in jedem Haus hieß es: „Es ist zu spät, Kleine, die Weihnachtsbäume sind schon längst gekauft. Komm nächstes Jahr wieder.“

Das Kind war verzweifelt, denn es gab kein Brot daheim. Nach vielen Bitten und ebenso vielen ausweichenden oder harten Antworten kam es zum Haus von Eidel, dem Gärtner. Hat man schon jemals gesehen, dass man demjenigen Tannen zu verkaufen versucht, dessen Aufgabe es ist, sie anzupflanzen? Das arme unschuldige Kind klopfte und Eidel rief: “Wer klopft zu dieser Stunde?“ Das Kind wagte nicht zu antworten.

„Wer klopft an meine Türe, wo ich meine Ruhe haben will?“, sagte Eidel und seine Stiefel knallten auf den Boden. Er öffnete die Türe und der bescheidene Bittsteller sah einen riesigen glänzenden Baum, der mit Reichtümern überladen war und sein Licht bis auf die Straße warf. Drei Kinder saßen um ein Feuer herum und betrachteten die Weihnachtsente, die da in ihrem Safte schwamm.

„Was willst du, Kleine, du bist wohl ein Grünschnabel mit deinen zwei verkümmerten Tännchen.“

Das Kind wurde traurig und schwieg, denn es verstand, dass seine letzte Hoffnung dahingeschwunden war. „Die Kälte kommt herein“, sagte der Gärtner, „Sag, was du zu sagen hast oder ich schlage dir die Tür vor der Nase zu.“ Er hatte einen schroffen Ton, war aber eigentlich ein guter Mann. Er betrachtete die Kleine im Alter seiner Kinder, die da mit nackten Füßen im Schnee stand und nicht wagte aufzuschauen, und er dachte, dass vielleicht die Seinen nach seinem Tode des Abends im Schnee stehen und bei anderen betteln müssten. Mit leiser Stimme sagte er: „Was willst du? Ich gebe dir, was ich kann.“ – „Ich will meine zwei Weihnachtsbäume verkaufen, aber der Eure ist ja viel schöner.“

„Macht nichts“; sagte Eidel, „gib sie mir.“ Er holte ein Goldstück aus der Schublade und die arme Kleine traute ihren Augen kaum und glaubte, er wolle sich über sie lustig machen. Die Kinder gaben ihr ein Stück von der Ente ab, die Mutter reichte ihr eine Schüssel mit heißer Suppe und selbst der Hund war freundlich und leckte ihr die vor Kälte geröteten Hände. Da freute sich das Kind, danke und kehrte frohgemut heim.

Eidel warf die zwei Tannen in eine Ecke und setzte sich zu Tisch. Das Essen war vortrefflich, die Ente zart und der Wein kühl. Dann gingen sie zu Bett. Am anderen Morgen, am Weihnachtstag, kehrte Frau Eidel das Haus und stellte die zwei Tannen auf die Straße. Die Kinder, die im Schnee spielten, während sie auf die Stunde des Kirchgangs warteten, nahmen die zwei Stämmchen, ahmten ihren Vater nach und pflanzten sie hinter der Kirche, die der Heiligen Aurelia geweiht war. Die Glocken läuteten.

Die Leute nahmen in der Kirche Platz. Eidel saß mit einem schönen Mantel in der vordersten Reihe und dankte Gott für seine Familie. Als die Messe gelesen war und die Kirche sich leerte, schrien die Leute auf dem Vorplatz verwundert auf. Zwei Tannen reckten sich so hoch wie der Kirchturm in die Wolken. Eine Taube erhob sich aus einem Kirchenfenster, flog auf jede Tante und schlug dreimal mit den Flügeln, dann kehrte sie in ihr Kirchenfenster zurück.

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2. Adventsonntag, 10. Dezember 2023

Evangelium nach Markus (Mk 1,3–8)

Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! -, so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.


Bereitet den Weg des Herrn

Bereitet den Weg des Herrn
durch die Wüste der Hoffnungslosigkeit
durch das Gestrüpp des Misstrauens
durch das Meer der Traurigkeit
durch das Labyrinth der Enttäuschungen.

Bereitet den Weg des Herrn:
Versöhnt die Verfeindeten.
Ermuntert die Müden.
Sucht die Irrenden.
Besucht die Einsamen.

Bereitet den Weg des Herrn.
Denkt das Undenkbare.
Hofft das Unmögliche.
Glaubt das Unfassbare.

Der Herr ist nahe.

Gisela Baltes, in: https://impulstexte.de

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Samstag, 09. Dezember 2023

Schönste Zeit im Jahr

Bald kommt die schönste Zeit im Jahr,
Weihnachten ist für alle da,
für die Armen und die Reichen,
für die Schwarzen und die Bleichen,
für die Jungen und die Alten,
um die Liebe zu erhalten,
die Gott selber ist, er lebt.
Und um die das ganze Fest sich dreht.

Verfasser unbekannt


Husarenkrapferl

Rezept privat

Zutaten:

  • Teig
    • 170 g Mehl
    • 140 g Butter
    • 70 g Staubzucker
    • 2 Dotter
  • Sonstiges
    • Marillenmarmelade

Zubereitung

Alle Zutaten für den Teig mit einem Handmixer zu einer glatten Masse formen. Den Teig anschließend für 30 Minuten in den Kühlschrank geben. Danach in Kugeln formen und in der Mitte mit dem Ende eines Kochlöffels ein Loch eindrücken.
Nach dem Backen die warmen Krapferl mit Marmelade füllen.

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08. Dezember - Maria Empfängnis

Ich stelle mir vor, Maria, dass du jung warst,
lebendig und voller Fragen.
Dass du mit anderen Mädchen und Frauen
am Brunnen lachtest, deine Träume und Wünsche erzähltest.
Du wurdest mit Josef verlobt.
Ob du glücklich warst, wissen wir nicht,
doch du maltest dir sicher dein leben aus wie bei anderen:
Die Hochzeit, das Eins-sein mit Josef,
Kinder, Arbeit, Nachbarn, Feste –
Alles im Glauben an Jahwe geregelt.

Doch ER klopfte plötzlich an.
Du ließest ihn ein, und alles hat sich geändert.

Ich stelle mir vor, Maria, dass dir oft elend war nach dem „Ja“,
dass du es am liebsten zurückgeholt hättest, auch später,
als keiner mehr klatschte,
auch dann, als Jesus erwachsen wurde.
Dass du durchgehalten hast, Maria, ich staune!

Wenn ich dich so vor mir sehe, Maria,
als Mensch, der sein „Ja“ immer mühsam erneuern muss,
hast du mir vieles zu sagen.

Ich grüße dich, Maria,
Mädchen aus Nazareth,
und deinen Sohn, jesus.
Ich grüße dich, Mutter Gottes!

Christa Peikert-Flaspöhler

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Donnerstag, 07. Dezember 2023

Weihnachten der Tiere: Die Geschenke der Tiere
Hans Orths, in: Gütiger Himmel – Tierische Weihnachtsgeschichten

In der Nacht, als der König der Welt geboren wurde, waren es außer Maria und Josef Tiere, die als erste das Jesuskind sehen konnten. Genauer gesagt: Ochs und Esel, die friedlich im hinteren Teil des halb verfallenen Stalles ruhten, bekamen die Geburt hautnah mit. Und dann waren es hunderte von Schafen, die mit ihren Hirten zum Kind in der Krippe eilten. Ihr vielzähliges Blöken ließ das Kind in den Armen seiner Mutter fröhlich lächeln. Die Tiere sagten untereinander, dass sie ein solch schönes und strahlendes Menschenkind noch nie gesehen hatten und überlegten, welche Freude sie wohl machen könnten.

Der Ochs sagte: „Ich werde mich an den Eingang der Hütte stellen, dann kann kein schlechter Mensch und kein böses Tier hier hineinkommen.“

Der Esel sagte: „Ich werde jetzt nicht mehr so störrisch sein und die Mutter mit ihrem Kind auf meinem Rücken über das Gebirge tragen.“

Und die Schafe stritten sich fast, weil jedes von ihnen dem Kind seine Wolle schenken wollte, damit es etwas Warmes zum Anziehen habe.

Nur einer, der grau-schwarze Schäferhund Selgra, wusste nicht, wie er das Kinder erfreuen sollte, und wurde ganz traurig.

Da kam eine Spitzmaus aus dem Stroh gelaufen und setzte sich neben Selgra. Sie hatte überhaupt keine Angst. „Ich weiß; was du tun kannst“, sagte sie, „du kannst doch so toll springen! Zeige dem Christuskind deine Künste!“

Der Hund schaute zuerst erstaunt, dann aber nickte er strahlend. Und er sprang hoch und weit und überschlug sich, er sprang über die Krippe auf den Rücken des Esels, machte er auf dem Nacken des Ochsen Männchen und war ganz aus dem Häuschen.

Ein glückliches Lachen war im Gesicht des Christuskindes und auch Ochs und Esel, die Schafe, die Hirten und Maria und Josef klatschten begeistert Beifall.

So waren alle zufrieden und freuten sich. Auch die Maus war froh, denn sie hatte den grau-schwarzen Schäferhund Selgra etwas geschenkt, das alle fröhlich machte: ihren klugen Rat!

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Mittwoch, 06. Dezember 2023 - Hl. Nikolaus

Der heilige Nikolaus

Er kann als einer der am meisten verehrten Heiligen der Christenheit zugleich als einer der unbekanntesten Heiligen gelten. Denn gesicherte Fakten über sein Leben gibt es kaum.

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts geboren, wurde er bereits mit 19 Jahren von seinem Onkel zum Priester geweiht, schließlich wurde er Abt des Klosters Sion nahe dem damaligen Myra. Um das Jahr 350 starb er mit rund 60 Jahren in Myra, dem heutigen Demre, rund 100 Kilometer südwestlich von Antalya. Im 11. Jahrhundert wurden seine Gebeine schließlich von italienischen Kaufleuten gestohlen und nach Bari in Süditalien gebracht, wo sie noch heute bestattet liegen.

Sein Leben jedoch, seine Taten – alles Legende; ein Dickicht aus Wunder- und Bekehrungserzählungen. Der Heilige von Myra – er ist zur Projektionsfläche geworden. Und damit zugleich zu einem Symbol der Verständigung und des Friedens. Ein Heiliger, der die Hand reicht – auch anderen Konfessionen und Religionen, wird er doch in der Ostkirche ebenso verehrt wie im Westen. Eine Brücke zwischen Orient und Okzident.

So wird die Erinnerung an ihn zugleich zu einem politischen Statement, hat Nikolaus sein Leben doch in einem Land verbracht, das heute für Christen ein schwieriges Pflaster darstellt: die Türkei. Als religiöse Minderheit werden sie schikaniert, mancherorts verfolgt. Wie der Heilige Nikolaus im Übrigen – denn überliefert ist, dass er 310 zur Zeit der Christenverfolgung gefangengenommen und gefoltert wurde. Er reagierte darauf jedoch nicht etwa mit Aggression, sondern mit Sanftmut. Und die Geschichte gab ihm Recht.


Eine weniger bekannte Legende
Die Heimführung eines verschleppten Kindes

Ein Mann, der sich mit seiner Frau sehnlich ein Kind wünschte, wollte den Heiligen Nikolaus um Hilfe bitten. Doch als er nach Myra kam, war der Bischof bereits verstorben, er kam gerade noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung. Der Mann beschloss ein Stück Leinen, auf dem der tote Bischof lag, als Reliquie mitzunehmen. Im nächsten Jahr, am 6. Dezember, bekamen er und seine Frau tatsächlich einen gemeinsamen Sohn. Auf den Tag genau sieben Jahre später wurde das Kind allerdings verschleppt und als Sklave gehalten. Im darauffolgenden Jahr, wiederum am 6. Dezember, wurde der Junge von einem Wirbelsturm erfasst und zur Nikolauskirche getragen, in der seine Eltern für die Rückführung des Kindes beteten.

Quelle: www.katholisch.at

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Dienstag, 05. Dezember 2023

Heilige Nacht
von Ludwig Thoma

So ward der Herr Jesus geboren
im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
die Mutter war eine Magd.

Sie haben kein Geld nicht besessen,
sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
sie waren von Herzen froh,

dass sie noch in Stall sind gekommen.
sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
dass wohl ein Wunder gescheh‘n.

da kamen die Hirten gesprungen
und haben es angeseh‘n.

Die Hirten, die will es erbarmen,
wie elend das Kindlein sei.

Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
kein Reicher war nicht dabei.

 

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Montag, 04. Dezember 2023 - Heilige Barbara

Hl. Barbara, Märtyrin

Barbara lebte vermutlich im 3. oder 4. Jahrhundert in Nikomedien (in Bithynien, Kleinasien). Nach der Legende soll sie um 306 unter Maximinus Daja hingerichtet worden sein. Aber die Legende über das Leben und Martyrium der hl. Barbara stammt erst aus dem 7. Jahrhundert und ist wenig glaubwürdig. Die Verehrung der hl. Barbara hat sich im Osten und im Westen verbreitet. Sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern und ist im Besonderen die Patronin der Artillerie und der Bergleute.


St. Barbara
von Josef Nobis (Bergmann, Puchkirchen)

Wenn die Natur in Schlummer liegt,
der Nebel streicht durch Tal -
ein Name den Kalender ziert:
Man kennt ihn überall.

Im Festgewand, in Reih und Glied
tritt an der Bergmann da,
nach altem Brauch ziehn alle mit
zum Fest der Barbara.

Gedenkt der Toten in dem Jahr
in Bergmanns Ehr und Treu.
Wer selbst beschützt vom Unglück war,
besinnt sich da aufs Neu.

Du Schutzpatronin Barbara,
du Helferin in Not,
sei in der Grube immer da,
wenn uns Gefahr bedroht!


Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Mt 10,37-39

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Sonntag, 03. Dezember 2023

Aus dem Evangelium nach Markus
Mk 13,33–37

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Litanei-Gebet

Gehen wir wachsam durch die Tage des Advents.
Wachsam sind diejenigen, die einen wachen Verstand haben.
Wachsam sind diejenigen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen.
Wachsam sind diejenigen, die auch die leisen Töne und Worte hören.
Wachsam sind diejenigen, anpacken, wo es nötig ist.
Wachsam sind diejenigen, die neugierig sind und Fragen stellen.
Wachsam sind diejenigen, die sich nichts vormachen lassen.
Wachsam sind diejenigen, die staunen können.

Wachsam sind diejenigen, die sich von Gottes froher Botschaft begeistern lassen.
Wachsam sind alle, die das Unsagbare hören,
dem Unglaublichen trauen und sich auf den Weg machen.
Wir wollen wachsam sein.

Quelle: www.kinderpastoral.de

 

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Samstag, 02. Dezember 2023

Vom Tannenbaum, der nie goldene Zapfen bekam
Karin Jäckel, in: Weihnachtsfreunde für die Seele – Humorvolle Weisheitsgeschichten

Am Waldrand, zwischen Büschen und Heidekraut, stand eine kleine verkrüppelte Tanne. Jahr für Jahr, wenn der Winter gekommen war, hing der Förster ein Vogelhäuschen in ihre Zweige und füllte es reichlich für seine gefiederten Freunde. Den ganzen Tag wurde es nicht still um den kleinen Baum, denn die Vögel hatten viel zu schwatzen. „In der Stadt hängen sie schon Lichterketten auf“, wussten die Spatzen, die in allen Gassen daheim waren. „Beim Brunnen steht schon der erste Weihnachtsbaum“, zwitscherten die Meisen. „Ja und morgen“, tschilpten die Finken dazwischen, „will der Förster Waldarbeiter schicken, die Tannenbäume fürs Fest mitnehmen sollen.“ „Die werden dann verkauft und mit roten Kugeln und goldenen Schleifen geschmückt“, pfiff der Dompfaff, der alles immer ganz genau wissen musste. „Aber am schönsten sind doch goldene Tannenzapfen“, gurrte eine Taube, die einmal aus einem Taubenschlag fortgeflogen war. Die kleine Tanne versuchte ihre Schneemütze abzuschütteln, und größer auszusehen. „Meint ihr, sie nehmen auch mich einmal mit?“, fragte sie gespannt. Die Vögel hörten verwundert auf zu fressen und zu erzählen. „Dich?“, kreischte eine Elster und hielt der kleinen Tanne eine Spiegelscherbe hin, die sie gerade in ihr Nest tragen wollte. „Schau doch selbst, wie schön du bist!“ Dann sah die kleine Tanne zum ersten Mal ihre schief gewachsenen Zweige und den Stamm, der wie ein Fragezeichen verbogen war, und schämte sich sehr. Am nächsten Tag kamen die Holzfäller tatsächlich. Sie suchten die schönsten Tannen aus, sägten sie ab und fuhren in großen Lastwagen mit ihnen davon. Die kleine Tanne sah alles mit an und weinte Tränen aus bitterem Harz. Mehrere Tage vergingen, da kam der Förster wieder an den Waldrand, um das Vogelhaus neu zu füllen. Auf einem Anhänger brachte er vier Baumstämme mit, die der kleinen Tanne bekannt vorkamen. Wunderbar gerade waren sie gewachsen, doch die Nadeln waren braun und dürr geworden, und unter den obersten Kranz seiner Zweige glänzte bei einem von ihnen ein goldener Zapfen. Einen nach dem anderen warf der Förster die Bäume in den Schnee. „Sollen die Hasen sich unter euch verstecken, dann seid ihr doch noch zu etwas nutze“, brummte er und fuhr davon. Gleich kam ein Eichhörnchen, das griff nach dem goldenen Zapfen und biss hinein. Doch kaum hatte es das erste goldene Samenkorn zwischen den Zähnen, warf es den ganzen Zapfen schimpfend fort. „Pfui, ungenießbar!“ Die kleine Tanne musste lachen und reckte alle ihre grünen Zweige in den Wind. „Komm!“, rief sie dem Eichhörnchen zu und winkte auch die Vögel zum Futterhaus. „Goldene Körner hab‘ ich zwar nicht, aber braune, köstlich-frische. Und wenn ich auch nie ein Weihnachtsbaum werde, so ist mir doch der goldene Sonnenschein in meiner Krone lieber, als nur ein einziges Mal einen goldenen Tannenzapfen zu tragen.“

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Freitag, 01. Dezember 2023

Guter Gott,
lass uns dafür sorgen, dass dieser Advent,
ein besonderer Advent wird.
Lass ihn jeden Tag ein bisschen heller werden,
mit jeder Kerze, die entzündet wird
und mit jedem guten Gedanken.
Lass uns selber zu Trägerinnen und Trägern des Lichts werden
und lass uns weihnachtlich handeln.
Wenn wir in jedem Menschen Jesus erkennen -
den, auf den wir warten, dann ist wirklich Weihnachten.
Wenn wir aufhören auf das Gute zu warten,
sondern selber das Gute zu werden,
dann ist wirklich Weihnachten.
Erst dann, wenn Liebe satt Hass,
Freundschaft statt Feindschaft,
Nähe statt Distanz, Frieden statt Krieg regiert,
dann ist wirklich Weihnachten
egal was auf dem Kalender steht!

Dagmar Ender, in: https://ein-gebet.de

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